Gelenkerkrankungen: Akut (Arthritis) & Chronisch (Arthrose)
Gelenkerkrankungen: Akut (Arthritis) & Chronisch (Arthrose)
Definition der Pathologie
Dieses Kapitel umfasst das gesamte Spektrum der Gelenkerkrankungen.
- Arthritis: Eine akute, floride (wörtl. "blühende", hochaktive) Entzündung, gekennzeichnet durch die klassischen fünf Entzündungszeichen (Rötung, Wärme, Schwellung, Schmerz, Funktionsverlust). Sie ist die "Hitze" im Gelenk, aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Veterinärmedizin (TCVM).
- Arthrose: Der degenerative, chronische Endzustand ("Verschleiß"). Hier steht der unwiederbringliche Knorpelverlust und der mechanische Umbau durch Osteophyten (knöcherne Zubildungen/Randwülste) im Vordergrund, oft begleitet von "stummen" Entzündungsprozessen (sog. "Silent Inflammation").
Pathogenese / Ätiogenese
Akut (Arthritis): Auslöser sind Traumata (Verletzungen), Infektionen (septisch/bakteriell oder z.B. "Aufflammmen" einer durch Zecken verursachten Borreliose) oder Autoimmunprozesse. Proinflammatorische Zytokine (entzündungsfördernde Botenstoffe des Immunsystems) führen zu massiver Schwellung der Synovialmembran (Gelenkinnenhaut) und Ergussbildung. Die Gelenkflüssigkeit (Synovia) kann enzymatisch aktiv werden den Knorpel zusätzlich schädigen.

Chronisch (Arthrose): Entsteht primär durch Alterung oder sekundär als Folge unzureichend ausgeheilter Arthritiden oder Fehlstellungen (z.B. HD/ED beim Hund). Der Knorpel verliert Elastizität und fasert auf. Der Knochen reagiert mit Zubildungen, um das instabile Gelenk zu "versteifen".

Symptome
Akut: Plötzliche, hochgradige Lahmheit, deutliche Wärme, gefüllte Gelenke ("Gallen"), Schmerzreaktion bei Berührung (Hund: in der Regel Schmerzlaute), ggf. Fieber oder Apathie (Teilnahmslosigkeit).
Chronisch: Charakteristischer Anlaufschmerz ("Einlaufen" nach Ruhephasen), Wetterfühligkeit (schlechter bei Nässe/Kälte), steifer Gang, Muskelatrophie (Muskelschwund) durch Schonung, eher derbe Verdickungen ohne massive Wärme.

Diagnose
- Klinische Unterscheidung durch Palpation (Abtasten: Wärme? Konsistenz der Schwellung?).
- Röntgen: Zeigt knöcherne Veränderungen wie Osteophyten (bei Arthrose).
- Punktion: Entnahme von Gelenkflüssigkeit zur Unterscheidung septischer (bakterieller) vs. aseptischer (nicht-bakterieller) Arthritis (Wenn notwendig, im Akutfall).
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Wichtige Differentialdiagnosen (Was könnte es sonst sein?):
- Fissuren oder Frakturen (feine Haarrisse oder Knochenbrüche).
- Knochentumore (z.B. Osteosarkom, wichtige Differentialdiagnose beim Hund, Pferd selten).
- Borreliose (Gelenkentzündung durch Zeckenstich, oft "wandernde" Lahmheit).
- Beim Pferd: Hufrollenentzündung (Podotrochlose).
- Beim Hund: Cauda-Equina-Syndrom (Rückenmarkskompression, die wie Hüftschmerz aussehen kann).
- Beim Hund: "Wasserrute", eine sehr schmerzhafte Entzündung oder Überlastung der Rutenmuskulatur und der umliegenden Nerven, oft nach Schwimmen in kaltem Wasser oder Überanstrengung.
Therapie mit Vitalpilzen
Ziel: Akut das "Feuer löschen" bzw. die "Hitze kühlen" (Entzündungshemmung), chronisch die Gelenkschmiere erhalten, Degeneration verlangsamen und idealerweise Regeneration ermöglichen.

Reishi (Basis für beide Erkrankungen): Wirkt als "natürliches Kortison" akut stark entzündungshemmend und analgetisch (schmerzlindernd). Chronisch kontrolliert er die unterschwellige Entzündung und entspannt die kompensatorisch verkrampfte Muskulatur.
Cordyceps (Basis für beide Erkrankungen): Fördert die ATP-Produktion (Zellenergie) und stärkt die "Nieren-Energie" (welche in der TCVM die Knochensubstanz regiert). Akut reguliert er die körpereigene Cortisol-Ausschüttung (Stresshormon, denn Schmerz ist Stress fürs Tier); chronisch erhält er die Vitalität und Bewegungsfreude beim alternden Patienten.
Spezifische Differenzierung der Therapie:
Bei Arthritis = akuter Zustand (+ Auricularia): Um die Mikrozirkulation (Durchblutung der feinsten Gefäße) im entzündeten Stauungsgebiet zu fördern und Entzündungsmediatoren abzutransportieren.
Bei Arthrose = chronischer Zustand (+ Pleurotus): Der "Knorpelpilz". Seine Polysaccharide nähren den Knorpelstoffwechsel. Wichtig: Er stärkt Bänder und Sehnen, die das instabile Arthrose-Gelenk stützen müssen.
